Going Europe: Die Erasmus-Kolumne #3

Heute mal: Leon in Argentinien

Leon, 22 Jahre alt, ist Student der Integrierten Europastudien an der Uni Bremen. Im fünften Semester steht für ihn das obligatorische Auslandssemster seines Studiengangs an. Die Mehrzahl seiner Kommilitoninnen und Kommilitonen hat sich für ein Erasmus-Semester an einer europäischen Partneruni entschieden. Leon hingegen verbringt fünf Monate in Argentinien. Die Universidad de Buenos Aires ist die größte Universität Argentiniens. Die letzten offiziellen Statistiken von 2004 zählten über 300.000 Studierende. Im Interview erzählte uns Leon von seinen ersten zwei Monaten in der argentinischen Hauptstadt.

ScheinWerfer: Wieso hast du dich für Argentinien entschieden?
Leon: Ich habe mich für Argentinien entschieden, weil ich etwas Neues kennenlernen wollte. Für mich ist es das erste Mal in Südamerika und etwas sehr Besonderes. Hier kann ich neue Erfahrungen sammeln und vor allem Menschen mit anderen Kulturen und Sichtweisen kennenlernen.

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Leon, Student der Integrierten Europastudien, in Argentinien. Bild: Leon C.

ScheinWerfer: Wie ist das Studium in Buenos Aires, was für Unterschiede oder Gemeinsamkeiten kannst du feststellen?
Leon: Vor allem stelle ich Unterschiede fest: Zum einen natürlich die Sprache (Leon lacht). Didaktisch ist das Studium sehr eintönig. Es gibt immer sehr viel Lektüre. Außerdem gibt es hier im September und November Zwischenprüfungen. Abhängig davon, wie viele Punkte man erreicht, finden dann im Dezember noch Abschlussprüfungen statt. Im Allgemeinen ist alles etwas unorganisiert: Infos zu offiziellen Vorgängen werden lediglich über Mundpropaganda weitergereicht. Zum Beispiel Informationen zu Prüfungsterminen und wie diese ablaufen. Oder wenn es Änderungen gibt. Die technische Ausstattung ist auch sehr schlecht. Und hin und wieder kommt es auch mal vor, dass Tauben im Hörsaal sitzen.

ScheinWerfer:Erzähle uns doch von ein paar Höhepunkten, die du in Argentinien schon erleben durftest.
Leon: Leon: Die Stadt ist wirklich riesig, man lernt sie andauernd neu kennen (Anm. d. R.: Buenos Aires hat 2.890.000 Einwohner, die Metropolregion rund 13.000.00, Stand 2010). Im Hof der Uni finden ständig Veranstaltungen mit der ganzen Hippiebande von der Fakultät statt. Es gibt Theateraufführungen und live Musik. Außerdem gutes argentinisches Essen, zum Beispiel Asado, Grillen nach traditioneller Art mit argentinischen Familien. Auf diversen Straßenfesten tanzen immer viele Menschen , von jung bis alt. Außerdem habe ich schon einige Ausflüge in die Gegend gemacht. Alleine organisiert und auch mit einer Austauschorganisation.

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Leon und sein Kumpel Sebastian. Bild: Leon C.

ScheinWerfer: Welches ist dein größtes Horrorszenario?
Leon: Nachts auf der Straße ausgeraubt zu werden, wenn ich auf dem Rückweg vom Feiern bin (Anm. d. R.: Das Auswärtige Amt warnt vor einer ansteigenden kriminellen Gefährdung in Buenos Aires. Beliebt sei dabei die Methode, jemanden mit Senf o. ä. zu beschmutzen, hilfsbereit und schuldbewusst mit der Reinigung zu beginnen und dabei alle greifbaren Gegenstände zu entwenden oder zu entreißen, Quelle: auswaertiges-amt.de).

ScheinWerfer:Und zu guter Letzt: Was ist dein Must-Do als Austauschstudent in Buenos Aires?
Leon: Ich empfehle jedem, die Organisationen für Austauschstudenten zu nutzen, um schneller Kontakte knüpfen zu können. Außerdem muss man das Nachtleben in Buenos Aires kennenlernen: es ist einfach verrückt. Die Leute sind hier viel offener und haben keinen Stock im Arsch. Hier herrscht viel mehr Nähe zwischen den Menschen, jeder spricht mit jedem und Kontakte werden schnell ausgetauscht. Aber natürlich hängt das auch vom Club ab.

ScheinWerfer: Vielen Dank für das Interview, Leon! Wir wünschen dir noch weiterhin eine gute Zeit in Argentinieren.

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Feria de San Telmo, ein Markt in Argentinien. Bild: Leon C.
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Asado, zu Deutsch “Gegrilltes”, ist das Aushängeschild der argentinischen Küche. Bild: Leon C.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

color: #800080;”> Hej Sverige! In der nächsten Kolumne erzählt euch Annika wie sie in Stockholm Klischees über Deutschland und Schweden erlebt.

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